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Der Markenschutz-Countdown bei Google läuft, Umstellung im September 2010!

Stellt Euch vor, Ihr geht durch die Stadt und die Ladengeschäfte werben ohne bunte und in großen Lettern dargestellte Markenbegrifflichkeiten und Logos. Was wäre dann ein Schuhgeschäft ohne Nike und Adidas, eine Modeboutique ohne Ed Hardy oder Hugo Boss und ein Baumarkt ohne Bosch und Siemens? So ähnlich ist heute noch die Situation im Suchmaschinenmarketing. Dies wird sich jedoch im…

Markenrichtlinie Google

Markenrichtlinie Google

…September 2010 ändern. Um genau zu sein wird Google am 14.10.10 seine Markenrichtlinie für den europäischen Markt der bereits in vielen anderen Ländern gültigen Richtlinie anpassen. Werbetreibende jeder Couleur, wie z.B. Reseller, Infowebsites, Gebrauchtwarenshops und sogar Konkurrenzunternehmen, können ab diesem Zeitpunkt auf fremde Brand-Keywords bieten. Am 14.10.10 ist damit der Startschuss für die Befreiung der markenbezogenen Korsage im SEM-Geschäft.
Mit Sicherheit wird die neue Markenrichtlinie zur Folge haben, dass sich die Gebotspreise auf Brands erhöhen und der Wettkampf um den „Marken“-Klick sich verschärft. Umgekehrt eröffnet sich ab Mitte September eine große Chance für Onlineshops, Werbetreibende und Endkonsumenten.

Prognostiziert werden kann, dass Onlineshops, vor allem Multi-Brand Shops deutlich an Interessenten gewinnen werden. Mono-Brand Shops werden vermutlich deren Markenmonopol verlieren und sich dadurch noch schwerer am Markt behaupten können, außer, Sie besitzen einen ganz klaren und für den Endkunden eindeutigen USP.

Den Werbetreibenden, auch im Auftrag tätige Werbetreibende wie z.B. SEM-Agenturen, eröffnet sich die  Möglichkeit, ein interessantes Angebot entlang passenden Brand-Keywords zu schalten und damit exklusives Brand-Bidding zu unterbinden. Konkurrenz wird das Geschäft beleben!

Fast garantiert ist eine Änderung der Angebots- und Preisstruktur, welche dem Endkonsumenten eine Vielfalt und fallende Preise bescheren kann. Impliziert wird dies durch massiveren Wettbewerb und höhere Transparenz am Markt.

Wer nun denkt, ab dem 14. September ist Tür und Tor für „wilde“ Fremdmarken-Nutzung und Gebote auf Markenbegrifflichkeiten geöffnet, dem ist anzuraten folgenden Auszug von Googles Erklärung zur neuen Markenrichtlinie zu beachten.

„Ist ein Markeninhaber der Auffassung, dass ein anderes Unternehmen mit einer geschalteten Anzeige die Nutzer verwirrt, kann er bei Google eine Beschwerde einreichen. Nutzer können beispielsweise durch Anzeigen verunsichert werden, die auf Webseiten führen, die fälschlicherweise den Eindruck erwecken, zum Markeninhaber zu gehören oder geschützte Markenprodukte oder -Dienstleistungen zu verkaufen. Ist dies nach Überprüfung durch Google der Fall, wird die Anzeige entfernt.“

Für alle die sich nun die Hände reiben und die „Gebotskanonen“ auf Markenbegrifflichkeiten und zugehörige Anzeigentexte richten, noch eine sehr wichtige Sache zum Schluss.

Es wird zwar zukünftig erlaubt sein auf fremde Marken zu bieten jedoch bleibt es nach wir vor verboten, Brandbegriffe fremder Marken im Anzeigentext zu verarbeiten. Quasi darf in Zukunft der Hersteller Fiat auf das Keyword „Porsche“ bieten, sollten sich aber darüber bewusst sein, dass beispielsweise in der Anzeige besser mit dem Begriff „Fiat“ statt dem verbotenen Anzeigentext „Porsche“ zu werben ist, obwohl sehr wahrscheinlich dadurch schlechtere Klickraten erzielt werden. Vorsicht ist deshalb vor allem bei dynamischen Anzeigeninhalten geboten!

Google beruft sich bei der Entscheidung zur Änderung der Markenrichtlinie auf das Gerichtsurteil des Europäischen Gerichtshofes über die Verwendung von Markennamen im Suchmaschinenmarketing vom März dieses Jahres. Wer Interesse hat, kann das zugehörige Urteil zur Rechtssache „Google France & Google Inc. vs. Louis Vuitton Malletier in folgendem PDF nachlesen.

Autor: 

  • Philipp

    „Vorsicht ist deshalb vor allem bei dynamischen Anzeigeninhalten geboten!“

    Wenn für das Brand Keyword ein Google Adwords Trademark Complaint vorliegt, wird der default Wert bei dynamischen Anzeigeinhalten herangezogen. Somit sollte jede Brand in Googles Trademark Complaint eingetragen werden.

  • JTarnow

    Hi Philipp! Bin gespannt, ob Anzeigen, welche die Brand im Text enthalten nicht sowieso abgelehnt werden, wie es bisher der Fall ist. Woher hast Du die Info, dass der {KeyWord:Default-Text} verwendet wird?

    Auf jeden Fall werden die Clickpreise auch für die Markeninhaber steigen. Wenn z.B. alle Online-Drogerien auch auf „Douglas“ bieten, zahlt auch Douglas selbst mehr. Hier ist entscheidend, ob sich die Konkurrenten die Clickpreise langfristig leisten können, denn ihr Qualitätsfaktor (vgl. CTR!) wird im Vergleich zum Markeninhaber sehr schwach sein. D.h. Anzeigen, die sehr unpassend sind, werden nicht lange Bestand haben.

  • Philipp

    Die Info habe ich von Google.