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Lokales Online Marketing

Wie deutsche-startups.de schreibt, zeichnet sich ein neuer Trend im deutschen Online-Marketing ab: Lokale Dienstleister wie Restaurants, Wellnessstudios oder Sportclubs zu bewerben. Als Vorbild dient das US-Amerikanische Portal groupon.com. Die neuen Plattformen dailydeal.deheimatpreis.decoupomania.de und mycitydeal.de preisen pro Tag und Stadt ein Angebot an, das ab einer gewissen Käuferzahl zu einem besonders günstigen Preis gebucht werden kann: z. B. ein Abendessen im indischen Restaurant statt 40 € für nur 22 €. Die Portale erhalten für die Vermittlung der Kunden einen Teil des erzielten Umsatzes.
Die groupon.com Nachfolger reihen sich dabei in einen größeren Trend ein: Lokales Online Marketing. Nicht nur Google weitet seine lokalen Angebote immer weiter aus, z.B. mit der Integration von Qype-Bewertungen für die gefundenen Restaurants und Hotels auf Google Maps; kürzlich wurde zudem über ein Interesse am Qype-Vorbild Yelp spekuliert. Auch die Deutsche Post AG springt mit einem eigenen Branchenbuch auf den Zug auf.

Der Hintergrund ist klar: Die meisten Kaufentscheidungen des täglichen Lebens treffen wir bisher ohne Einflussnahme des Online Marketings. Insbesondere bei Dienstleistungen, die spontan und lokal genutzt werden (z.B. Friseurbesuch), greifen wir auf eigene Gewohnheiten oder Empfehlungen von Freunden zurück und lassen uns von lokalen Werbemaßnahmen (Schaufenster) leiten. Wäre es möglich, die Transaktion, d.h. die Buchung des Friseurbesuchs, so ins Web zu verlagern, dass sie in unseren Alltag integriert bleibt, böte sich ein enormes Wachstumspotential für das Online Marketing! Mit der Entwicklung des persönlichen, mobilen Webs (Google Handy oder iPhone mit lokalen Apps) rückt diese Möglichkeit immer näher.
Allerdings ist den meisten Dienstleistern das Potential der lokalen Werbung nicht klar. Dabei wäre z.B. Google Adwords mit Geo-Targeting eine hervorragende fokussierte Werbemöglichkeit. Für SEM-Profis lohnt sich die kostenintensive Akquise aber nicht. Damit liegt nicht nur aus Sicht von Google der “Long Tail” der Kleinfirmen brach. Auch die Nutzer würden von zielgenauen, örtlich passenden Ergebnissen profitieren.

Welche Chancen bieten vor diesem Hintergrund die erwähnten Rabattportale wie DailyDeal? Vor allem haben sie das Tracking Problem von Dienstleistungen gelöst, indem sie die Transaktion ins Web verlagern. Der Erfolg des Online Marketings wird damit messbar, der zudem leistungsabhängig vergütet wird. Einer jungen, freizeitorientierten Zielgruppe, die spontan genug ist, sich inspirieren zu lassen, bieten die Portale spannende Angebote, den Feierabend oder das Wochenende zu verbringen.
Allerdings ist die Zielgruppe beschränkt und die Nutzer müssen auf die Angebote reagieren. Wer am Wochenende in Berlin Squash spielen möchte, findet nur durch Zufall das richtige Angebot. Hier könnte die Ergänzung mit flexiblem, zeitlich begrenzten SEM helfen, die richtigen Nutzer auf das Portal zu führen, die sich schon in den letzten Schritten des Konversionsprozesses befinden. Das Problem der kostenintensiven Akquise bleibt natürlich weiterhin bestehen. Jedoch mögen in Zukunft die vielen ansprechenden Landingpages für Dienstleister ein gutes Argument sein, es doch einfach einmal zu probieren. Und erfolgreiche Kampagnen lassen sich ohne Aufwand wiederholen. In diesem Sinne den Startups alles Gute!

3 comments

  1. Pingback: CityDeal, DailyDeal etc. – Lokale Shopping Portale wachsen | crealytics Blog

  2. Ich finde es auch erstaunlich wie das Potential von vielen bzgl. des Lokalen Online Marketing unterschätzt wird.

    CityDeal und DailyDeal leisten diesbezüglich schon sehr gute Aufklärungsarbeit.

    Bin gespannt inwiefern sich diese Portale durchsetzen werden oder ob es letztendlich noch zu weiteren Nischenportalen kommt: z.B. RestaurantDeals, SportDeals, BerlinDeals etc.

    Wer als sich als Diensteister allerdings nicht auf die enormen Preisreduzierungen von CityDeals einlassen will, für den wäre auch die Eigenübernahme von Kampagne, bspw. auf Facebook eine Überlegung wert.

    Wie man Facebook lokal nutzen kann habe ich hier beschrieben:

    http://facebookmarketing.de/ads/lokale-dienstleister

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  3. Ich kann jedem, der sein Betrieb auf Facebook vorstellen möchte, nur empfehlen, sich im Vorfeld über das rechtliche zu erkundigen. Denn dort gibt es zig Probleme, und unser Betrieb wurde auch auf Grund des berühmten „Gefällt mir“-Button abgemahnt. Doch die Vermarktung hat sich allemal ausgezahlt! Wir konnten unseren Umsatz auf diese Weise um 25% vergrößern, und es sieht so aus, das dieser weiter anwachsen wird.

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